Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Stickvorlagen für Vierländer Stickmustertücher

Details, Erläuterungen und Preise zu den Tüchern finden Sie über die Links auf den einzelnen Bildern.

   

 

 

 

   

MTLTS 1817       
     

    
          

     

Vierlande AKRK
LNHS 1842
     
 
 
 
MLTM 1810
 

In den Vierlanden, einem kleinen Gemüseanbaugebiet südöstlich von Hamburg, fühlte man sich der Tradition besonders verpflichtet. Man verzierte sorgfältig seinen Besitz und stellte ihn gern zu den Höhepunkten des Lebens zur Schau: anlässlich einer Geburt, einer Hochzeit oder eines Todesfalls. So mischte sich auf den Mustertüchern eine Vielzahl von Motiven mit symbolischen Bedeutungen, die später Hochzeitskissen, Totenlaken, Bettwäsche, Paradehandtücher und Kleidung prunkvoll verzieren sollten.

 

Die Rosette – der Kreis – gilt als universelles Symbol für Ganzheit, Unendlichkeit, Vollkommenheit und wird heute noch benutzt, im Ehering, Brautkranz, Beerdigungskranz.
Die Raute – einem auf einer Ecke stehenden Quadrat fehlt die Spitze – symbolisiert das weiblich-schöpferische Prinzip: die Geburt. Sie ist auch als Vulvadarstellung das Lebenssymbol vieler Fruchtbarkeitsgöttinnen in der Volkskunst vieler Völker. Aus der „weiblichen Raute“ wird das „liebende Herz“.

Das Lebensbaumsymbol steht in den Mythen verschiedener Länder

  • für den „Wohnraum der Götter“,
  • seine Früchte nähren Götter, verstorbene Könige und Selige und schenken Unsterblichkeit,
  • für „das Licht“, denn er steht am östlichen Ausgang der Welt – dort wo die Sonne aufgeht,
  • für „Gut und Böse“; die verbotenen Früchte vom „Baum der Erkenntnis“ hatten den Sündenfall zur Folge,
  • für das Totenreich – dem Land des Lebens nach mythischem Denken,
  • für die „göttliche Mutter“ als Lebensträger und –erneuerer.

Auch heute noch ist die tiefere Bedeutung dieses Symbols in uns: Für Neugeborene wird ein Baum gepflanzt, die Eiche oder die Linde bildet die Mitte des Dorfes – der Tanz um den Maibaum, das Schmücken des Christbaums, die Trauerweide, der Freiheitsbaum. In vielen Fällen entspringt der Lebensbaum einer Vase oder Urne (Lebensbrunnen), manchmal auch einem Herzen, dem uralten Sinnbild für die Mutter Erde, begleitet von Vögeln und Hirschen als Sonnentieren.

Das Kreuz – die Achse in einer Rosette – steht für die „Achse der Welt", dem Sinnbild des Christentums, der Errettung der Menschheit.
 
Diverse kleinere Motive haben auch ihre Bedeutung: einander zugewandte Vögel – Liebe, kleine Bäumchen – Lebensbaum, Engel – Totenengel, Totenvögel.
Die Namen der Stickerinnen wurden sehr oft nach den Anfangsbuchstaben der ersten beiden Silben abgekürzt, z.B.: Trin-ke Kru-se: TRKS, Met-te Lüt-ten-see: MTLTS.
     

Zitiert nach Elfi Connemann, Weiteres können Sie auf der Seite Geschichte finden.

   
 © Ute Scheer 2004 | 2015