Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Vorlage für ein Sachsentuch

 

EMAB 1695

 

 

Preis Vorlage: 18,00 Euro

 

Kreuze: 100 x 414
Größe: ca. 15 x 60 cm

 
 

Preis Packung: 49,00 Euro

 

Inhalt:
- Leinen natur
- Seidengarn
- Nadel
- Anleitung

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses kleine sächsische Mustertuch aus dem Jahre 1695 gehört zum Bestand des Museums Europäischer Kulturen.

 

Über den Ursprung dieses Tuches gibt es kaum Informationen, die Zuordnung "Sachsen" ist im Bestandskatalog sogar mit einem Fragezeichen versehen.

Es zeigt aber die typischen Merkmale von Sachsentüchern: lang und schmal, aus feinem Leinen und eine Unterteilung in Borten, Alphabete und Einzelmotive.

Ich danke für die freundliche und konstruktive Zusammenarbeit
mit dem Museum Europäischer Kulturen und dem Verein der Freunde des MEK

 

Das Besondere an diesem auf sehr hellem naturfarbenen Leinen gestickte Tuch ist, dass die am häufigsten verwendete Garnfarbe mit dem Stoff fast Ton in Ton ist.
Man kann das Gestickte zum Teil nur an der unter-schiedlichen Struktur erkennen.

Das Original enthält eine Vielfalt von 23 Farben.
Ich habe mich dazu entschieden, das Tuch in 7 Farben - Natur- und Blau-Grün-Tönen - zu sticken und lege die Vorlage dafür in der Neuauflage hier vor.

Nicht nur in Sachsen bestickt man im 17. Jahrhundert Mustertücher mit Eckmotiven, die willkürlich auf dem Tuch vorkommen, sondern zB auch in den Niederlanden. Es wird geübt für einen ganz speziellen Zweck: "Auf den sogenannten "knottedoeken" erhält das Eckmotiv den richtigen Platz in den vier Ecken am Rand der rechteckigen decke. Die "knottedoek" ist eine Leinendecke mit Kreuzstichbordüren, in die die Kaufsumme (100 silberne Schiffchenschilling) eingeknotet war, wenn der Junge seinem Mädchen einen Heiratsantrag machte. Zog sie das mit einem Riemchen gebundene, lose geknüpfte Tuch fest, dann war ihr Jawort gegeben. (Knotte = knoop = knüpfen, also die geknüpfte Decke.) ...."
(zitiert nach: A. Meulenbelt-Nieuwburg, Irmgard Gierl, Stickmotive aus alten Mustertüchern, Süddeutscher Verlag, 2. Auflage 1984, S. 62)

 © Ute Scheer 2005 | 2012