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Dieses Stickmustertuch aus dem Jahre 1772 befindet sich im
Besitz des Schlossmuseums Jever. Typisch für norddeutsche
Tücher ist der Stickgrund annähernd quadratisch.
Das H erscheint als Initiale immer wieder in verschiedenen
Kombinationen, sodass es sich wohl um den Anfangsbuchstaben
des Familiennamens der Stickerin handeln wird. Initialen und
Jahreszahl der Erstellung des Tuches befinden sich in einer
üppigen Kartusche. Im oberen Teil rechts und links der
Kartusche ist das Tuch gegengleich gestickt, die Kartusche
ist umrahmt von Fruchtkörben mit Äpfeln, Lebensbäumen
und zwei Tulpen.
Der mit Äpfeln gefüllte Fruchtkorb ist ein Symbol
der Liebe und der Fruchtbarkeit. Auch die Tulpe steht als
Symbol für die vollkommene Liebe.
Ganz typisch für norddeutsche Tücher ist auch die
kleine Windmühle, die sich unten in der Mitte des Tuches
befindet. Windmühlen, zunächst aus Holland kommend
eroberten auch schnell den Norden Deutschlands. Die Typen
von Windmühlen, die auf den Mustertüchern immer
wieder zu finden sind, meist mit kreuzförmig stehenden
Flügeln, sind die geschlossenen und offenen Standmühlen,
die sogenannten Bockwindmühlen und die Wippmühlen.
(vgl. Meulenbelt-Nieuwburg/Girl, S. 113 Windmühlen)
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