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Hunderte von Jahren wurden Stickmustertücher gestickt
und von Generation zu Generation weitergegeben, um Muster
und Alphabete zum Zeichnen und Verzieren der Wäsche zu
bewahren. Zwei Entwicklungen beenden im 19. Jh. diese lange
Tradition. Zum einen wurden nun gedruckte Stickmustervorlagen
als Massenware auf den Markt gebracht, die sehr nahe an Kitsch
grenzten, zum anderen kam es 1872 in Preußen zur Vereinheitlichung
des Handarbeitsunterrichts an den Schulen. Auf bereits gesäumtem
Stramin wurden mit türkischrotem Wollgarn, von winzigen
Ornamenten und Eckmotiven abgesehen, nur noch Alphabete gestickt.
Das vorliegende Tuch ist in Anlehnung an diese Schulmustertücher
entworfen worden, verfügt aber über eine vergleichsweise
reichhaltige Alphabetsammlung. Oft kam wie in diesem Fall
ein Sinnspruch hinzu, der immer einen moralischen Appell an
die Stickerin beinhaltete.

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