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Das hier als Kopie vorliegende Tuch stammt aus dem Germanischen
Nationalmuseum Nürnberg (Inv. Nr. Gew 3882 g). Im Original
hat es die Maße 34,5 mal 29,5 cm und ist auf das Jahr
1707 datiert. Im Zentrum des Tuches steht die Henkelvase mit
fünf Blattstielen. Unten findet man nebeneinander gereiht
den großen gekrönten Doppeladler, in dessen Krone
Perlen eingestickt wurden, einen umfriedeten Baumgarten sowie
einen hohen Springbrunnen, auf dessen vasenförmiger Mittelsäule
ein Pfau sitzt. In der Mitte des Tuches ist ein Blütenkranz
in Herzform um ein schnäbelndes Vogelpaar und ein Blumenmedaillon
mit dem Monogramm MMH zu sehen. Seitlich folgt ein Baum, ein
liegender Hirsch und der Kampf des Heiligen Georg mit dem
Drachen, darüber zwei Felder, die zum einen ein Flammenmuster
aufweisen zum anderen aus in feinen Abstufungen ausgestickten
Quadraten bestehen. Solche so genannten Tapisseriemuster benötigte
man als Vorlage zum Aussticken von Polstern oder Ähnlichem.
Den oberen Abschluss des Tuches bilden von zwei Blumen eingerahmt
mehrere Zeilen mit dem Alphabet, den Zahlen 1 bis 10 und vier
verschiedene Borten. Das Tuch stammt aus Nürnberger Familienbesitz,
ist also eindeutig dem süddeutschen Raum und ganz konkret
der Stadt Nürnberg als Entstehungsort zuzuschreiben (Vgl.
Leonie von Wilckens: Allerley Figuren, Blumen und Muster,
in: Kunst und Antiquitäten 5, 1983, S. 50 und 51)
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Sowohl das Herz mit den schnäbelnden Vögeln als
auch die Kartusche mit den Initialen der Stickerin sind auf
dem Originaltuch nur über einen Faden gestickt. Außerdem
ist das Original nicht auf fadengleichem Leinen gestickt.
Beides verzerrt die Proportionen der einzelnen Motive. Um
die Motive in ihrer ganzen Schönheit wirken zu lassen
und um der heutigen Stickerin entgegenzukommen, habe ich alle
Kreuzstiche über zwei Fäden gestickt, was das Sticken
sehr erleichtert. Aus Platzgründen mussten daher einzelne
Motive ein wenig verschoben werden. Das hat den Gesamteindruck
des Tuches aber nicht verändert.
Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern der Germanischen
Nationalmuseums Nürnberg, die Fotomaterial für dieses
Projekt zur Verfügung gestellt haben.
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