Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Stickvorlagen für Norddeutsche Tücher

 

Die folgenden 4 Stickmustertücher stammen aus dem Schlossmuseum in Jever. Das Museum hat uns ermöglicht, davon Stickvorlagen herzustellen.
Im Juni 2010 waren die Tücher in einer kleinen Ausstellung in Jever zu sehen.

Details, Erläuterungen und Preise zu den Tüchern finden Sie über die Links auf den einzelnen Bildern.

CESM 1787
CSH AMH 1772
   
KSP 1826
CAM 1797
Altes Land HCH 1811
NB 1793

 

Stickmustertücher aus dem Norden Deutschlands haben meist das Format von breiten Rechtecken oder Quadraten mit einem oberen Abschluss aus mehreren Alphabet-.und Zahlenreihen und einer umlaufenden Borte. Darin ähneln sie den niederländischen Tüchern.
Viele norddeutsche Mustertücher zeigen, wie die niederländischen, die damals sehr beliebten Blumenvasenmotive, die wahrscheinlich direkt von den zu Tausenden importierten Kacheln übernommen worden sind.

Die enge Verbindung des Stickunterrichts (damals ein HAUPTfach) zur protestantischen Kirche (nach der Reformation wurden die "Jongfern-Scholen" in den Kirchenordnungen gefordert) erklärt die vielen religiösen Motive und Symbole auf norddeutschen Mustertüchern: Adam, Eva, Josuah and Kaleb, Jakobs Kampf mit dem Engel, Daniel in der Löwengrube, die Kreuzigung …
Aber auch eine Vielzahl von weltlichen Motiven aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen - wie Schiffe, Möbelstücke, Dorfansichten, arbeitenden Mägde und Knechte - kann man hier entdecken.

Oft geben die bunten Farben den norddeutschen Tüchern ein fröhliches Aussehen.

Ausnahmen bilden unter den norddeutschen Tüchern die Mustertücher aus den Vierlanden, der Winser Elbmarsch und der Stralsunder Gegend.

Quelle: Eva Maria Leszner, Stickmustertücher, Rosenheimer Verlag 1985, 3. Auflage 1997.

 © Ute Scheer 2006 | 2012