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Stickmustertücher aus dem Norden Deutschlands haben
meist das Format von breiten Rechtecken oder Quadraten mit
einem oberen Abschluss aus mehreren Alphabet-.und Zahlenreihen
und einer umlaufenden Borte. Darin ähneln sie den niederländischen
Tüchern.
Viele norddeutsche Mustertücher zeigen, wie die niederländischen,
die damals sehr beliebten Blumenvasenmotive, die wahrscheinlich
direkt von den zu Tausenden importierten Kacheln übernommen
worden sind.
Die enge Verbindung des Stickunterrichts (damals ein HAUPTfach)
zur protestantischen Kirche (nach der Reformation wurden die
"Jongfern-Scholen" in den Kirchenordnungen gefordert)
erklärt die vielen religiösen Motive und Symbole
auf norddeutschen Mustertüchern: Adam, Eva, Josuah and
Kaleb, Jakobs Kampf mit dem Engel, Daniel in der Löwengrube,
die Kreuzigung
Aber auch eine Vielzahl von weltlichen Motiven aus der Erfahrungswelt
der Schülerinnen - wie Schiffe, Möbelstücke,
Dorfansichten, arbeitenden Mägde und Knechte - kann man
hier entdecken.
Oft geben die bunten Farben den norddeutschen Tüchern
ein fröhliches Aussehen.
Ausnahmen bilden unter den norddeutschen Tüchern die
Mustertücher aus den Vierlanden, der Winser Elbmarsch
und der Stralsunder Gegend.
Quelle: Eva Maria Leszner, Stickmustertücher, Rosenheimer
Verlag 1985, 3. Auflage 1997.
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