Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Niederlande

 

 

Preis Vorlage: 17,50 Euro

 

Kreuze: 228/266
Größe auf 16er Leinen: 28,59 x 33,25 cm
Stiche: Kreuzstich, algerischer Augenstich

 
 
Preis Packung: 69,50 Euro
 

Inhalt:
- Leinen weiß
- Seidengarn
- Nadel
- Anleitung

Wahlweise auch erhältlich in:
Leinen weiß, 16-fädig

bitte angeben

 
Friesisch HME 1767

 

Bei dem vorliegenden Tuch handelt es sich um ein friesisches Tuch aus dem Jahre 1767, das sich heute in Privatbesitz befindet. Die Stickerin hat sich mit vollem Namen in der oberen rechten Ecke des Tuches verewigt. Dort ist der friesische Mädchenname Hermientien Engbers zu lesen. Das Tuch weist in der zweiten Alphabetzeile das bekrönte G auf, das typisch ist für die Tücher aus der Umgebung von Groningen. Genau kann das Tuch jedoch nicht lokalisiert werden, da die Groninger Tücher für gewöhnlich mit schwarzem Garn gestickt werden.

Die Besonderheit dieses Tuches ist die Lebenspyramide, eine Allegorie für das Leben, die schon seit dem späten Mittelalter und der frühen Barockzeit geläufig ist, sowohl aus der Dichtung als auch aus der bildenden Kunst. Die Lebenszeit des Menschen wurde in verschiedene Lebensphasen eingeteilt, gewöhnlich in Perioden von 10 Jahren. Die Lebenspyramide beginnt mit dem Kleinkind, hier wunderbar zart mit wenigen Stichen in einem Laufwagen dargestellt. Bis zum 50. Lebensjahr geht es steil bergauf, der Mensch ist auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Danach geht es wieder bergab, bezeichnenderweise bis zum hundertsten Lebensjahr. Auf einem anderen Mustertuch von 1808 finden sich dazu die passenden Verse: "mit neunzig kann man auch noch leben und hundert ist von Gott gegeben." (vgl. hierzu: Meulenbelt-Nieuwburg, Albarta: Stickmotive aus alten Mustertüchern, 2. Aufl. München 1984, S. 142-145)

Das Original ist auf nicht fadengleichem Leinen gestickt. Es ist daher nahezu quadratisch. Wir haben uns entschlossen, die Replik auf dem üblichen von uns immer verwendeten fadengleichen 16er Leinen nachzusticken, so dass die einzelnen Motive etwas länglicher wirken als im Original.

 

 © Ute Scheer 2007